Jörg H. ....

Gesundheitsamt Goßlar
Gesundheitsamtsleiter per Fax Nr. 05321-7699876
Stellvertreter Herrn Dr. Martin Hepp
Heinrich-Pieper-Str. 9
38610 Gosla

Niedermuschütz, den 26.01.2004


Werter Herr Dr. Hepp,
ich absolviere derzeit meine Ausbildung zum Synergetik Therapeuten im Kamala, derzeit B13. Dies ist für mich ein sehr prozeßreicher und z.T. sehr schmerzlicher Weg. Immer bin ich letztendlich gestärkt aus den Prozessen aufgetaucht, reicher an Lebensmut, -lust und zunehmend auch an Liebe zu mir. Ich kann manches von dem was ich in meinem Inneren erlebe, erfahre, gestalte in meinem Außen anwenden. Deshalb wende ich mich jetzt mit diesem Brief an Sie. Ich wünsche Ihnen das Beste was es gibt - lieben Sie sich - lieben Sie - und auf dem Weg dahin (zu mehr Selbstliebe - sicher lieben Sie sich) wünsche ich Ihnen Chaos. ... Ich kenne gute und kompetente Begleiter ...

Ich erahne an meinem eigenen Werden und Sein (eben aus dieser von Ihnen verfemten Methode) die Realitätsnähe der physikalischen Lehre von der Synergetik, der Chaostheorie, eben dieses Weltbildes ... und ich erahne meine eigenen schöpferischen Qualitäten und Möglichkeiten. (Mag sein die ferne Zukanft hat andere neue Weltbilder)

Obgleich ich kein Christ bin ist mir seit meiner Kindheit der Satz "Liebe deinen nächsten, wie dich selbst" wichtig; nur verstanden und gelebt habe ich ihn nie richtig. Immer wollte ich Anerkennung und letztlich annehmende Liebe dadurch erreichen, indem ich "große Dinge" tue, "schwere Wege" gehen. Diese Anerkennung und Liebe wollte ich von meinen Eltern, von meiner Gesellschaft (in der DDR). Vielleicht gab es sie, nur sie erreichte mein innerstes nicht oder nicht mehr. Daher wurde ich trotzig und machte mir meinen Lebenspfad oft nicht eben leicht ... Ich kann mich durchaus als zumindest latent suizidgefährdet in den vergangenen mehr als 20 Jahren betrachten. Einerseits erkannte ich dies tw. selbst - anderseits wußte ich mir nicht zu helfen. Die Aufgaben, welche ich im Laufe der Jahre anging wurden stetig komplexer - meine Einmauerung, mein Trotz ... auch.

... Ich will Sie mit meiner Biografie nicht langweilen. ...

Als ich nach verschiedenen therapeutischen Ansätzen und Versuchen nicht wirklich weiter kam, gelangte ich zur Synergetik Therapie ... und war über meine inneren Bilder - die Dunkelheit, die Erstarrung und Versteinerung, später (und z.T. heute noch) über die unendliche Wut entsetzt. Es fiel und fällt mir nicht immer leicht, mich diesen Zuständen zu stellen ... aber jetzt nach vielen Sitzungen kann ich in mir oft ein riesiges lebendiges Reich - zwar mit Blockaden - finden, und es ist mir gelungen, meinen eigenen Thron in diesem meinem eigenen Reich einzunehmen, es kann viele Helfer geben in mir und ich bin wiederum erstaunt über diese meine Fülle und meinen Reichtum - wenn ich es zulasse.

Sie sehen, ich bin noch nicht mit mir im Reinen, aber wer ist das schon ? Ich bin auf meinem Weg.

Lieber Herr Dr. Hepp, jetzt habe ich schon eine kräftige Ahnung wozu ich diese Kraft, und Energie, welche mein Trotz, meine Wut ja letztendlich sind einsetzten kann und werde: zunächst dazu weiter mit mir ins "Reine" zu kommen, mit meiner Familie, meinen Verwandten, meinen Freunden; mit meinem Betrieb (ich führe einen Baubetrieb mit 5 Mitarbeitern und zwei Lehrlingen); mit der Gesellschaft und mit der Welt. Und als Methode dazu werde ich mit oder ohne Ihrem Verbot die Synergetik Therapie und alles dem verwandte anwenden und jedem der diese Begleitung wünscht diese auch geben, wenn dies in meinen Kräften steht. Und ich tue dies bereits - in dem Maße eben, wie es mir jetzt gegeben ist.

in diesem Sinne grüße ich Sie herzlich und freue mich auf die Auseinandersetzung, die nötig ist, auch weil ich weiß, das sich letztlich immer eine neue "höhere" Ordnung kreiert

Ihr

PS.
Aus meiner Sicht ist diese von Ihnen angestrengte Auseinandersetzung Energieverschwendung.
Aber sie erscheint sinnvoll im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung der Weltbilder:
- dem Weltbild von Ursache und Wirkung und
- dem Weltbild, welches u.a. die moderne Physik (s. u.a. Hermann Haken ...) erschuf und welches in der ST. angewandt wird
(Kopernikus mußte sterben um später bestätigt werden zu können. Solche Muster brauchen sich nicht zu wiederholen.)
Dieses neue Weltbild haben wir in der Schule noch nicht lernen können, aber heute - jetzt können und sollten wir uns weiterbilden ... Es wird sich durchsetzen. Es gibt letztlich nur Höherentwicklung.
Als Literatur nicht aus dem Hause Kamala empfehle ich Ihnen z.B. das Buch
"Bevor Du sterben willst, lebe" von Klaus Lange
Die von Klaus Lange erfundene und praktizierte Methode sind Innenweltreisen in einem etwas anderen aber ähnlichem Kontext wie in der ST. Auch hier geht es niemandem um das Heilpraktikergesetz - auch hier trifft es nicht zu. Vielleicht wollen Sie auch diese Methode verbieten?

Als Abschluß fällt mir noch ein: auch das Meditieren sollte in Ihrem Kontext verboten werden, auch hier geht es ohne Arzt und Heilpraktiker um innere Bilder. Fragen Sie Ihren Pfarrer oder Buddisten.
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